Der IRC-Kanal #europa im IRCnet hat in mehreren Sitzungen beschlossen, nach der Weltherrschaft zu greifen. Zuletzt wurde dies in August-Sitzungen bekräftigt und sei hiermit offiziell verkündet!
Wir grüssen alle Mitstreiter, Gegner und Teilhaber der zukünftigen Machtelite!
Erreichbar sind wir über diverse IRC-Clients oder notfalls über Webchat:
http://webchat.xs4all.nl/
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Freitag, 23. August 2013
KRITIK DES WIRTSCHAFTSLIBERALISMUS
Wir konnten uns oben (s. o.) nicht zu einer generellen Kritik am Materialismus entscheiden.
Aber wir müssen uns dennoch gegen den besonders seit dem Ende des Kalten Krieges grassierenden Wirtschaftsliberalismus (sog. Neoliberalismus) klar wenden.
In Deutschland wird diese Linie durch die FDP vertreten, in den USA durch die Republikanische Partei, und zwar noch wesentlich stärker, weil erstens die Partei stärker ist und zweitens radikaler ist.
Es geht nicht darum, dem freien Markt jede Leistungsfähigkeit abzusprechen, oder ein Zurück zur sozialistischen Planwirtschaft zu wollen - damit werden allerdings auch Kritiker gerne mundtot gemacht.
Es geht vielmehr darum, zum einen die deutlichen Schwächen eines solchen Systems zu erkennen und zum anderen die Doppelmoral seiner Verteidiger zu durchschauen. Denn viele, die eine Anti-Staatsrhetorik bedienen, nutzniessen selber vom Staat.
Letzteres ist besonders interessant:
Die Verteidiger des Wirtschaftsliberalismus predigen zwar "mehr Markt - weniger Staat!" und "mehr Risikobereitschaft!", halten sich aber gerade nicht an diese Prämissen.
Viele Politiker und Wirtschaftsprofessoren, die diese Linie verfolgen leben selber oder selber auch vom Staat. Und auch viele Wirtschaftsführer, die primär vom Wirtschaften am freien Markt leben, verfügen über soviel Geld, dass ihnen die negativen Seiten des Marktes nichts anhaben können und ihnen ein weitgehend risikoloses Leben ermöglicht wird.
Die Härte des Marktes trifft aber nicht nur FDP-Politiker und Wirtschaftsprofessoren nicht, sondern auch Freiberufler wie Ärzte und Anwälte. Diesen Gruppen würde die FDP niemals die komplette Härte des freien Marktes zumuten. Den Arbeitern und Hilfsarbeitern dafür aber umso mehr.
Bei genauer Betrachtung will auch niemand von diesen Ideologen wirklich "weniger Staat". (Man muss generell aufpassen, wenn Bürgerliche weniger Staat forden.)
In Wirklichkeit wollen sie nämlich nur den Sozialstaat oder genauer gesagt einige Bereiche des Sozialstaates kürzen und nicht etwa den Sicherheitsstaat mit Armee und Polizei. Und sie wollen, wie oben gesagt, die Härte des Marktes eher gegen Arbeiter richten als gegen Freiberufler, höhere Beamte oder Politiker.
Hinzu kommt noch, dass die Staatseliten selber expansive Ziele verfolgen und dafür einen Repressionsapparat nach innen und nach aussen benötigen und dass die Wirtschaftseliten den Staat benötigen, um Infrastruktur und Bildung zu erhalten und um die Nachfrage nach Rüstungsgütern sicherzustellen.
Die Wirtschaftsverbände fordern zwar permanent geringere Steuern, denken aber interessanterweise keineswegs daran, die öffentlich zur Verfügung gestellten Güter oder die öffentliche Nachfrage nach Rüstungsgütern nicht zu nutzen.
Machen wir es konkret:
In Deutschland hat noch nie ein Kabinett mit FDP-Beteiligung nennenswert die Steuern gesenkt. Von den FDP-Politikern hat auch noch keiner auf sein Staatsgehalt verzichtet, geschweige denn die Partei selbst. Auch sind Kriege (Akteure hauptsächlich staatlich!) wie der Afghanistankrieg durch die FDP nicht verhindert worden.
Aber wir müssen uns dennoch gegen den besonders seit dem Ende des Kalten Krieges grassierenden Wirtschaftsliberalismus (sog. Neoliberalismus) klar wenden.
In Deutschland wird diese Linie durch die FDP vertreten, in den USA durch die Republikanische Partei, und zwar noch wesentlich stärker, weil erstens die Partei stärker ist und zweitens radikaler ist.
Es geht nicht darum, dem freien Markt jede Leistungsfähigkeit abzusprechen, oder ein Zurück zur sozialistischen Planwirtschaft zu wollen - damit werden allerdings auch Kritiker gerne mundtot gemacht.
Es geht vielmehr darum, zum einen die deutlichen Schwächen eines solchen Systems zu erkennen und zum anderen die Doppelmoral seiner Verteidiger zu durchschauen. Denn viele, die eine Anti-Staatsrhetorik bedienen, nutzniessen selber vom Staat.
Letzteres ist besonders interessant:
Die Verteidiger des Wirtschaftsliberalismus predigen zwar "mehr Markt - weniger Staat!" und "mehr Risikobereitschaft!", halten sich aber gerade nicht an diese Prämissen.
Viele Politiker und Wirtschaftsprofessoren, die diese Linie verfolgen leben selber oder selber auch vom Staat. Und auch viele Wirtschaftsführer, die primär vom Wirtschaften am freien Markt leben, verfügen über soviel Geld, dass ihnen die negativen Seiten des Marktes nichts anhaben können und ihnen ein weitgehend risikoloses Leben ermöglicht wird.
Die Härte des Marktes trifft aber nicht nur FDP-Politiker und Wirtschaftsprofessoren nicht, sondern auch Freiberufler wie Ärzte und Anwälte. Diesen Gruppen würde die FDP niemals die komplette Härte des freien Marktes zumuten. Den Arbeitern und Hilfsarbeitern dafür aber umso mehr.
Bei genauer Betrachtung will auch niemand von diesen Ideologen wirklich "weniger Staat". (Man muss generell aufpassen, wenn Bürgerliche weniger Staat forden.)
In Wirklichkeit wollen sie nämlich nur den Sozialstaat oder genauer gesagt einige Bereiche des Sozialstaates kürzen und nicht etwa den Sicherheitsstaat mit Armee und Polizei. Und sie wollen, wie oben gesagt, die Härte des Marktes eher gegen Arbeiter richten als gegen Freiberufler, höhere Beamte oder Politiker.
Hinzu kommt noch, dass die Staatseliten selber expansive Ziele verfolgen und dafür einen Repressionsapparat nach innen und nach aussen benötigen und dass die Wirtschaftseliten den Staat benötigen, um Infrastruktur und Bildung zu erhalten und um die Nachfrage nach Rüstungsgütern sicherzustellen.
Die Wirtschaftsverbände fordern zwar permanent geringere Steuern, denken aber interessanterweise keineswegs daran, die öffentlich zur Verfügung gestellten Güter oder die öffentliche Nachfrage nach Rüstungsgütern nicht zu nutzen.
Machen wir es konkret:
In Deutschland hat noch nie ein Kabinett mit FDP-Beteiligung nennenswert die Steuern gesenkt. Von den FDP-Politikern hat auch noch keiner auf sein Staatsgehalt verzichtet, geschweige denn die Partei selbst. Auch sind Kriege (Akteure hauptsächlich staatlich!) wie der Afghanistankrieg durch die FDP nicht verhindert worden.
BILDUNG AN SICH
In den Medien wird immer behauptet, "Bildung sei unser wichtigstes Kapital". Stimmt der Satz?
Ja und nein.
Es ist in der Tat so, dass vom heutigen Arbeitnehmer höhere formale Bildungsabschlüsse verlangt werden als früher. Daher gibt es ja seit einiger Zeit immer mehr einen Trend zum Abitur.
Auf der anderen Seite stimmt es einfach nicht, dass die Schüler mit den besten Noten später immer den grössten Erfolg haben, wenn man Erfolg an bürgerlichen Massstäben (Karriere, Einkommen) misst.
Woran liegt das?
Das liegt zum einen daran, dass die Bildung, die an den meisten (allgemeinbildenen) Schulen angeboten wird, sich nach wie vor nicht sehr um die Anforderungen der Berufswelt kümmert.
Es liegt zum anderen aber auch daran, dass es Menschen mit einem starken Ego gibt, die in der Schule (noch) anecken, sich später im Berufsleben aber erfolgreich durchsetzen können. Das heisst nun nicht im Umkehrschluss, dass man in der Schule ganz schlecht sein sollte oder dass jedem schlechten Schüler später ein grosser Erfolg beschieden sein wird. Es heisst aber schon, dass die Relevanz der Schule für das spätere Leben überschaubar ist.
Ja und nein.
Es ist in der Tat so, dass vom heutigen Arbeitnehmer höhere formale Bildungsabschlüsse verlangt werden als früher. Daher gibt es ja seit einiger Zeit immer mehr einen Trend zum Abitur.
Auf der anderen Seite stimmt es einfach nicht, dass die Schüler mit den besten Noten später immer den grössten Erfolg haben, wenn man Erfolg an bürgerlichen Massstäben (Karriere, Einkommen) misst.
Woran liegt das?
Das liegt zum einen daran, dass die Bildung, die an den meisten (allgemeinbildenen) Schulen angeboten wird, sich nach wie vor nicht sehr um die Anforderungen der Berufswelt kümmert.
Es liegt zum anderen aber auch daran, dass es Menschen mit einem starken Ego gibt, die in der Schule (noch) anecken, sich später im Berufsleben aber erfolgreich durchsetzen können. Das heisst nun nicht im Umkehrschluss, dass man in der Schule ganz schlecht sein sollte oder dass jedem schlechten Schüler später ein grosser Erfolg beschieden sein wird. Es heisst aber schon, dass die Relevanz der Schule für das spätere Leben überschaubar ist.
Mittwoch, 21. August 2013
DIE SARRAZIN-DEBATTE
Thilo Sarrazin ist bekannt für provokante Äusserungen, im Jahre 2010 landete er aber mit "Deutschland schafft sich ab" den Coup.
Thilo Sarrazin beschreibt darin die von ihm so gesehene Gefahr durch Einwanderer in Deutschland. Sarrazin problematisiert besonders die Einwanderung von angeblich nicht integrationswilligen muslimischen Einwanderern, die auf interne deutsche Probleme wie Geburtenrückgang und Verdummung treffe und die Problemlage verstärke.
In der Folge wurde Sarrazin von vielen Medienvertretern und seinen Chefs bei der Deutschen Bundesbank scharf kritisiert, gleichzeitig aber von vielen Menschen aus der Bevölkerung gelobt. Es kam dabei zu einer ähnlichen Empörungswelle wie vorher bei der Debatte um Eva Herman.
Bei der auf die Buchveröffentlichung folgenden medialen Schlacht ging es nicht nur um die von Sarrazin gesehenen Integrationsprobleme, sondern auch um biologi(sti)sche Teile seiner Beweisführung.
Die Schlacht erfolgte erwartungsgemäss nicht nur in den Printmedien und in Radio und Fernsehen, sondern besonders im Internet und seinen Foren. Dabei zeigte sich eine starke pro-Sarrazin-Fraktion, die meinte "er hat (doch) recht!". Diese Fraktion gab sich als schweigende Mehrheit aus.
Hat Sarrazin recht?
PRO:
- es gibt viele Einwanderer mit einer oft hohen Geburtenrate
- es gibt Integrationsschwierigkeiten mit Einwanderern
- dazu gehören gesteigerte Aggressivität, Kriminalität und eine Blockadehaltung im Bildungswesen
- Einwanderer aus islamischen Ländern sind oft intolerant und versuchen, aggressiv zu missionieren
CONTRA:
- die Einwanderer wurden in der Mehrzahl nicht von "linken Gutmenschen" geholt, wie vielfältig behauptet,
sondern von CDU-geführten Bundesregierungen;
Ziel war es, für die BRD billige Arbeitskräfte zu gewinnen und die dt. Arbeitnehmer unter Konkurrenzdruck zu setzen
- die Einwanderer, die Ärger machen, machen es nicht aus genetischen Gründen, sondern weil sie aus Krisengebieten
oder Krisenmilieus stammen und oft eine hohe Kinderzahl haben (Stress beim Heranwachsen)
- bei ähnlichen Randbedingungen können auch Einwanderer im Bildungssystem erfolgreich sein;
einige Migrantengruppen sind sogar besser als gebürtige Deutsche
- Sarrazin versucht, durch den exorbitanten Gebrauch von Statistiken seine Thesen unangreifbar zu machen;
auch wenn die meisten Statistiken nicht oder schwer angreifbar sind, so ist es doch ihre Interpretation
- Sarrazin provoziert und beleidigt gerne
- Sarrazin wirft Migranten einerseits Arbeitsverweigerung vor, andererseits wirft er ihnen vor, dass sie es nur bis
zur Stufe des Lebensmittelhandels schaffen; ist solch ein Berufsfeld denn ein Problem?
- Migranten, die es den Einheimischen schulisch "einmal zeigen wollen", sich anpassen und gute Noten schreiben,
werden trotzdem sehr oft von Personalchefs bei Bewerbungen abgeblockt!
FAZIT:
Alles in allem erscheinen die Ausführungen Sarrazins problematisch. Man kann jedoch nicht sagen, dass er in jedem einzelnen Punkt Unrecht hat. Ärger mit Migrantengruppen kennen die meisten Bundesbürger aus ihrem persönlichen Umfeld und sie lassen sich auch mit Statistiken belegen. Auch ist aggressives Missionieren aus dem islamischen Kulturbereich ein Problem und wirkt destabilisierend.
Es ist aber die Frage ob man dafür generell solch grosse Gruppen beleidigen muss und ob die biologischen Untermauerungen wirklich stichhaltig sind. Geht es Sarrazin, der bei einem längeren Betrachtungswinkel schon viele Gruppen beleidigt und verhöhnt hat (Schüler, Studenten, Berliner, Arbeitslose, Migranten) wirklich um die Sache, oder um die Provokation selbst? Und wie will er beweisen, dass im Osmanischen Reich gehäuft Erbfehler aufgetreten seien? Wie konnte das Osmanische Reich dann lange Zeit so stark auftreten?
Sarrazin zeigt, dass er Genuss aus der Provokation empfinden. Dasselbe gilt für die Macht über Menschen, wie man aus seinen Auslassungen als Finanzsenator ersehen kann.
Sarrazin selber hat wiederholt darauf hingewiesen, unter welch ökonomisch harten Verhältnissen er herangewachsen ist und dass er als Schüler selber verhaltensauffällig war. Das gibt ihm allerdings nicht das Recht, sich wiederholt dermassen abwertend über bestimmte Bevölkerungsgruppen zu äussern, auch wenn ein bestimmter Teil dieser Gruppen sich wirklich falsch verhält.
Thilo Sarrazin beschreibt darin die von ihm so gesehene Gefahr durch Einwanderer in Deutschland. Sarrazin problematisiert besonders die Einwanderung von angeblich nicht integrationswilligen muslimischen Einwanderern, die auf interne deutsche Probleme wie Geburtenrückgang und Verdummung treffe und die Problemlage verstärke.
In der Folge wurde Sarrazin von vielen Medienvertretern und seinen Chefs bei der Deutschen Bundesbank scharf kritisiert, gleichzeitig aber von vielen Menschen aus der Bevölkerung gelobt. Es kam dabei zu einer ähnlichen Empörungswelle wie vorher bei der Debatte um Eva Herman.
Bei der auf die Buchveröffentlichung folgenden medialen Schlacht ging es nicht nur um die von Sarrazin gesehenen Integrationsprobleme, sondern auch um biologi(sti)sche Teile seiner Beweisführung.
Die Schlacht erfolgte erwartungsgemäss nicht nur in den Printmedien und in Radio und Fernsehen, sondern besonders im Internet und seinen Foren. Dabei zeigte sich eine starke pro-Sarrazin-Fraktion, die meinte "er hat (doch) recht!". Diese Fraktion gab sich als schweigende Mehrheit aus.
Hat Sarrazin recht?
PRO:
- es gibt viele Einwanderer mit einer oft hohen Geburtenrate
- es gibt Integrationsschwierigkeiten mit Einwanderern
- dazu gehören gesteigerte Aggressivität, Kriminalität und eine Blockadehaltung im Bildungswesen
- Einwanderer aus islamischen Ländern sind oft intolerant und versuchen, aggressiv zu missionieren
CONTRA:
- die Einwanderer wurden in der Mehrzahl nicht von "linken Gutmenschen" geholt, wie vielfältig behauptet,
sondern von CDU-geführten Bundesregierungen;
Ziel war es, für die BRD billige Arbeitskräfte zu gewinnen und die dt. Arbeitnehmer unter Konkurrenzdruck zu setzen
- die Einwanderer, die Ärger machen, machen es nicht aus genetischen Gründen, sondern weil sie aus Krisengebieten
oder Krisenmilieus stammen und oft eine hohe Kinderzahl haben (Stress beim Heranwachsen)
- bei ähnlichen Randbedingungen können auch Einwanderer im Bildungssystem erfolgreich sein;
einige Migrantengruppen sind sogar besser als gebürtige Deutsche
- Sarrazin versucht, durch den exorbitanten Gebrauch von Statistiken seine Thesen unangreifbar zu machen;
auch wenn die meisten Statistiken nicht oder schwer angreifbar sind, so ist es doch ihre Interpretation
- Sarrazin provoziert und beleidigt gerne
- Sarrazin wirft Migranten einerseits Arbeitsverweigerung vor, andererseits wirft er ihnen vor, dass sie es nur bis
zur Stufe des Lebensmittelhandels schaffen; ist solch ein Berufsfeld denn ein Problem?
- Migranten, die es den Einheimischen schulisch "einmal zeigen wollen", sich anpassen und gute Noten schreiben,
werden trotzdem sehr oft von Personalchefs bei Bewerbungen abgeblockt!
FAZIT:
Alles in allem erscheinen die Ausführungen Sarrazins problematisch. Man kann jedoch nicht sagen, dass er in jedem einzelnen Punkt Unrecht hat. Ärger mit Migrantengruppen kennen die meisten Bundesbürger aus ihrem persönlichen Umfeld und sie lassen sich auch mit Statistiken belegen. Auch ist aggressives Missionieren aus dem islamischen Kulturbereich ein Problem und wirkt destabilisierend.
Es ist aber die Frage ob man dafür generell solch grosse Gruppen beleidigen muss und ob die biologischen Untermauerungen wirklich stichhaltig sind. Geht es Sarrazin, der bei einem längeren Betrachtungswinkel schon viele Gruppen beleidigt und verhöhnt hat (Schüler, Studenten, Berliner, Arbeitslose, Migranten) wirklich um die Sache, oder um die Provokation selbst? Und wie will er beweisen, dass im Osmanischen Reich gehäuft Erbfehler aufgetreten seien? Wie konnte das Osmanische Reich dann lange Zeit so stark auftreten?
Sarrazin zeigt, dass er Genuss aus der Provokation empfinden. Dasselbe gilt für die Macht über Menschen, wie man aus seinen Auslassungen als Finanzsenator ersehen kann.
Sarrazin selber hat wiederholt darauf hingewiesen, unter welch ökonomisch harten Verhältnissen er herangewachsen ist und dass er als Schüler selber verhaltensauffällig war. Das gibt ihm allerdings nicht das Recht, sich wiederholt dermassen abwertend über bestimmte Bevölkerungsgruppen zu äussern, auch wenn ein bestimmter Teil dieser Gruppen sich wirklich falsch verhält.
MATERIE
Materie (lat. materia, griech. ulh/hylé) ist ein sehr allgemeiner Begriff, der in der Antike ursprünglich Stoff, Bauholz o. ä. bedeutete. Gemeint sind damit feste Stoffe, die in der Physik durch den Begriff (und die Eigenschaft) Masse gekennzeichnet werden. Damit werden sie von Energie oder vom Nichts abgegrenzt. Die Energie kann z. B. in Wellenform beschrieben werden.
In der Philosophie ist der Begriff der Materie allgemeiner verwendet. Er kann zwar auch noch feste Stoffe kennzeichnen, wird aber oft zur Bezeichnung für die Basis (Grundlage) unseres Lebens und Seins verwendet. Daher versteht man unter Materie z. B. auch die biologischen Grundlagen des Seins, manchmal auch die ökonomischen Grundlagen des Seins.
Ausserdem wird er oft zum Begriff Geist (Idee(n), Bewusstsein) in Gegensatz gesetzt und abgegrenzt. Hier entsteht dann immer wieder ein Streit, ob die Materie als Basis den Geist trägt oder dieser unabhängig von ihr existiert. Daraus entstehen dann Ansätze wie Materialismus, Idealismus (von der Welt der Ideen) oder als Vermittlung Dualismus.
In der hiesigen Darstellung wird die Ansicht vertreten, dass die Materie die Grundlage des menschlichen Geistes ist, dieser also nicht völlig autonom existiert.
Der Materialismus wird aber nicht so weit getrieben, dass man davon ausgeht, dass nur die Materie überhaupt existiert. Der Geist existiert auch und ist der separaten Betrachtung wert, aber er existiert letztendlich in Abhängigkeit von der Materie.
Beispiele und Indizien für diese Ansicht findet man schon bei LaMettrie im 18. Jhd., der als Arzt und Materialist darauf hingewiesen hat, dass der menschliche Geist, wenn der Körper durch eine Krankheit geschwächt ist, weniger gut funktioniert.
Der Materialismus als Ansatz wird aber aus verschiedenen Gründen kritisch gesehen:
- Der Mensch ist gewohnt, von seinem Ich, also seinem Geist, die Welt zu sehen.
Die Idee einer Fremdbestimmung ("Fernsteuerung") durch die Materie ist ihm fremd.
- Materialisten sind meistens Atheisten und stellen damit überkommene Weltbilder auf den Kopf.
- Materialisten glauben, dass der Mensch sterblich ist (auch seine Seele bzw. sein Geist,) -
solange die Naturwissenschaften noch keine Möglichkeit gefunden haben, den Körper zu konservieren
oder den Geist technisch auszulesen und auf einen beständigeren Körper zu übertragen!
- Materialisten wird vorgeworfen, da sie eine Metaphysik und damit zumeist auch höhere Moralvorstellungen ablehnen,
dem rücksichtslosen Hedonismus und ggf. sogar der Amoral Vorschub zu leisten.
- Materialisten wird - manchmal zu Recht - Zynismus vorgeworfen, da sie etwas Totes oder zumindest
Nicht-Beseeltes verehren.
In der Philosophie ist der Begriff der Materie allgemeiner verwendet. Er kann zwar auch noch feste Stoffe kennzeichnen, wird aber oft zur Bezeichnung für die Basis (Grundlage) unseres Lebens und Seins verwendet. Daher versteht man unter Materie z. B. auch die biologischen Grundlagen des Seins, manchmal auch die ökonomischen Grundlagen des Seins.
Ausserdem wird er oft zum Begriff Geist (Idee(n), Bewusstsein) in Gegensatz gesetzt und abgegrenzt. Hier entsteht dann immer wieder ein Streit, ob die Materie als Basis den Geist trägt oder dieser unabhängig von ihr existiert. Daraus entstehen dann Ansätze wie Materialismus, Idealismus (von der Welt der Ideen) oder als Vermittlung Dualismus.
In der hiesigen Darstellung wird die Ansicht vertreten, dass die Materie die Grundlage des menschlichen Geistes ist, dieser also nicht völlig autonom existiert.
Der Materialismus wird aber nicht so weit getrieben, dass man davon ausgeht, dass nur die Materie überhaupt existiert. Der Geist existiert auch und ist der separaten Betrachtung wert, aber er existiert letztendlich in Abhängigkeit von der Materie.
Beispiele und Indizien für diese Ansicht findet man schon bei LaMettrie im 18. Jhd., der als Arzt und Materialist darauf hingewiesen hat, dass der menschliche Geist, wenn der Körper durch eine Krankheit geschwächt ist, weniger gut funktioniert.
Der Materialismus als Ansatz wird aber aus verschiedenen Gründen kritisch gesehen:
- Der Mensch ist gewohnt, von seinem Ich, also seinem Geist, die Welt zu sehen.
Die Idee einer Fremdbestimmung ("Fernsteuerung") durch die Materie ist ihm fremd.
- Materialisten sind meistens Atheisten und stellen damit überkommene Weltbilder auf den Kopf.
- Materialisten glauben, dass der Mensch sterblich ist (auch seine Seele bzw. sein Geist,) -
solange die Naturwissenschaften noch keine Möglichkeit gefunden haben, den Körper zu konservieren
oder den Geist technisch auszulesen und auf einen beständigeren Körper zu übertragen!
- Materialisten wird vorgeworfen, da sie eine Metaphysik und damit zumeist auch höhere Moralvorstellungen ablehnen,
dem rücksichtslosen Hedonismus und ggf. sogar der Amoral Vorschub zu leisten.
- Materialisten wird - manchmal zu Recht - Zynismus vorgeworfen, da sie etwas Totes oder zumindest
Nicht-Beseeltes verehren.
Dienstag, 20. August 2013
GROSSE DENKER
Es ist schwierig, die Namen von grossen bzw. wichtigen Denkern auch nur auf einer Liste aufzuzählen.
Wie soll man beurteilen, welche Denker der Weltgeschichte wichtig sind und warum?
Und für wen sind sie wichtig? Am Ende erhält man eine etwas subjektive Auswahl.
Schon in der Schule haben wir festgestellt, dass wir uns mit relativ wenigen Denkern auch nur annähernd identifizieren können. Das gilt auch für sogenannte "grosse Geister" wie Platon und Aristoteles, deren Denken antidemokratische und gräkomane Tendenzen hatte und daher eine Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen (und anders Denkenden) offenbart. Gleichzeitig kann man auch einige weniger bekannte Denker für gross halten. Gibt es in historischer Dimension so etwas wie "Geistesverwandschaft" mit bestimmten Denkern?
Karl Jaspers z. B. definierte Sokrates, Buddha, Konfuzius und Jesus als grosse Denker. Diese "massgebenden Menschen" stammten bis auf Jesus alle aus der für ihn so bezeichneten "Achsenzeit" von 800 v. Chr. - 200 v. Chr.
Bei Jesus kann man sich inhaltlich darüber streiten, ob er in diese Reihe gehört. Seine Wirkung war zweifelsfrei gross, aber seine Vorstellungen voller Irrationalismen. Auch Konfuzius ist umstritten.
Aus unserer Sicht können aber Sokrates und Buddha als gross bewertet werden, auch wenn die Lehre Buddhas bis heute seltsame esoterische Umwandlungen erfahren hat und manchmal verklärt wird.
AGAMBEN, GIORGIO

BUDDHA (SIDDHARTHA GAUTAMA)
Buddha war ein Denker, der sich anhand von Erlebnissen im eigenen Leben mit dem Leben im rechten Mass beschäftigt hat. Er stellte fest, dass man zwischen Askese und Schwelgerei leben muss und führte das genauer aus. Der historische Buddha ist allerdings nur bedingt greifbar.
Heute werden allerdings sowohl buddhistisch geprägte Länder verherrlicht als auch esoterisch geprägte Importe in Industrieländern überschätzt. Es ist empirisch betrachtet keineswegs so, dass es in buddhistischen Milieus keine Gewalt und keine Irrationalismen gäbe.
DARWIN, CHARLES

DIAGORAS
FEUERBACH, LUDWIG

FOUCAULT, MICHEL

HENTSCHEL, STEFAN

Es mag etwas extrem wirken, eine ehemalige Grösse des Hamburger Rotlichts unter die Reihe der Grossen Denker einzureihen. Doch es geht hier nicht darum, Hentschels kriminelle Aktivitäten zu loben.
Hentschel war lange ein energetischer Typ mit strategischen und taktischen Fähigkeiten, bis er nach mehreren Rückschlägen im Milieu ausbrannte. Er verfügte auch über ein entsprechendes Auftreten und ein Bewusstsein, wie man sein Leben erlebnisintensiv gestalten kann.
HERODOT

METTRIE, JULIEN OFFRAY DE LA

LUKIAN VON SAMOSATA
Lukian von Samosata stammt sowohl aus einem nichtgriechischen Milieu als auch aus einem nichtliterarischen Milieu und lernte zunächst einen Handwerksberuf. Umso erstaunlicher ist es, dass er trotzdem einer der grossen griechischen Literaten wurde. Lukian war geradezu ein Vielschreiber.
Seine Abhandlungen mit und zu vielen verschiedenen Themen waren sowohl unterhaltsam als auch sozialkritisch.
Berühmt sind u. a. seine Göttergespräche, seine Hetärengespräche, der Lügenfreund, der ungelehrte Büchernarr, Ikaromenippos und wie man Geschichte schreiben soll. Einige Werke grenzen an Science Fiction.
Wieland übersetzte sein gesamtes Werk ins Deutsche, Schiller und Goethe wurden von ihm beeinflusst.
NIETZSCHE, FRIEDRICH

ROSZAK, THEODORE

Theodore Roszak ist ein in Europa weniger bekannter US-amerikanischer Historiker und Sozialkritiker. Roszak hat in den 60er-Jahren über die dissidenten sozialen Bewegungen geschrieben und den Begriff Counter Culture geprägt ("The Making of a Counter Culture", 1969), später ging er kritisch auf die Computerisierung der Gesellschaft der Industrieländer ein und danach befasste er sich mit Ökopsychologie. Roszak vertrat in "The Cult of Information" (1986) die These, dass die Computerisierung viele sozial progressive Entwicklungen der 60er-Jahre wieder zurückdrehen würde, auch wenn sich einige Computerfreaks selber progressiven Ansichten verschrieben hätten. In "The Voice of the Earth" (1992) befasst er sich mit der noch relativ jungen Disziplin der Ökopsychologie, die die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt analysiert. In seinen letzten Lebensjahren schrieb Roszak über das US-Imperium, seine politische und wirtschaftliche Kraft und die von ihm ausgehenden Gefahren.
Roszak schrieb noch über viele andere Themen und verfasste einige berühmte Romane.
SOKRATES

THUKYDIDES

VOLTAIRE

WALLERSTEIN, IMMANUEL

Wie soll man beurteilen, welche Denker der Weltgeschichte wichtig sind und warum?
Und für wen sind sie wichtig? Am Ende erhält man eine etwas subjektive Auswahl.
Schon in der Schule haben wir festgestellt, dass wir uns mit relativ wenigen Denkern auch nur annähernd identifizieren können. Das gilt auch für sogenannte "grosse Geister" wie Platon und Aristoteles, deren Denken antidemokratische und gräkomane Tendenzen hatte und daher eine Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen (und anders Denkenden) offenbart. Gleichzeitig kann man auch einige weniger bekannte Denker für gross halten. Gibt es in historischer Dimension so etwas wie "Geistesverwandschaft" mit bestimmten Denkern?
Karl Jaspers z. B. definierte Sokrates, Buddha, Konfuzius und Jesus als grosse Denker. Diese "massgebenden Menschen" stammten bis auf Jesus alle aus der für ihn so bezeichneten "Achsenzeit" von 800 v. Chr. - 200 v. Chr.
Bei Jesus kann man sich inhaltlich darüber streiten, ob er in diese Reihe gehört. Seine Wirkung war zweifelsfrei gross, aber seine Vorstellungen voller Irrationalismen. Auch Konfuzius ist umstritten.
Aus unserer Sicht können aber Sokrates und Buddha als gross bewertet werden, auch wenn die Lehre Buddhas bis heute seltsame esoterische Umwandlungen erfahren hat und manchmal verklärt wird.
AGAMBEN, GIORGIO

BUDDHA (SIDDHARTHA GAUTAMA)
Buddha war ein Denker, der sich anhand von Erlebnissen im eigenen Leben mit dem Leben im rechten Mass beschäftigt hat. Er stellte fest, dass man zwischen Askese und Schwelgerei leben muss und führte das genauer aus. Der historische Buddha ist allerdings nur bedingt greifbar.
Heute werden allerdings sowohl buddhistisch geprägte Länder verherrlicht als auch esoterisch geprägte Importe in Industrieländern überschätzt. Es ist empirisch betrachtet keineswegs so, dass es in buddhistischen Milieus keine Gewalt und keine Irrationalismen gäbe.
DARWIN, CHARLES
DIAGORAS
FEUERBACH, LUDWIG
FOUCAULT, MICHEL
HENTSCHEL, STEFAN
Es mag etwas extrem wirken, eine ehemalige Grösse des Hamburger Rotlichts unter die Reihe der Grossen Denker einzureihen. Doch es geht hier nicht darum, Hentschels kriminelle Aktivitäten zu loben.
Hentschel war lange ein energetischer Typ mit strategischen und taktischen Fähigkeiten, bis er nach mehreren Rückschlägen im Milieu ausbrannte. Er verfügte auch über ein entsprechendes Auftreten und ein Bewusstsein, wie man sein Leben erlebnisintensiv gestalten kann.
HERODOT
METTRIE, JULIEN OFFRAY DE LA
LUKIAN VON SAMOSATA
Lukian von Samosata stammt sowohl aus einem nichtgriechischen Milieu als auch aus einem nichtliterarischen Milieu und lernte zunächst einen Handwerksberuf. Umso erstaunlicher ist es, dass er trotzdem einer der grossen griechischen Literaten wurde. Lukian war geradezu ein Vielschreiber.
Seine Abhandlungen mit und zu vielen verschiedenen Themen waren sowohl unterhaltsam als auch sozialkritisch.
Berühmt sind u. a. seine Göttergespräche, seine Hetärengespräche, der Lügenfreund, der ungelehrte Büchernarr, Ikaromenippos und wie man Geschichte schreiben soll. Einige Werke grenzen an Science Fiction.
Wieland übersetzte sein gesamtes Werk ins Deutsche, Schiller und Goethe wurden von ihm beeinflusst.
NIETZSCHE, FRIEDRICH
ROSZAK, THEODORE
Theodore Roszak ist ein in Europa weniger bekannter US-amerikanischer Historiker und Sozialkritiker. Roszak hat in den 60er-Jahren über die dissidenten sozialen Bewegungen geschrieben und den Begriff Counter Culture geprägt ("The Making of a Counter Culture", 1969), später ging er kritisch auf die Computerisierung der Gesellschaft der Industrieländer ein und danach befasste er sich mit Ökopsychologie. Roszak vertrat in "The Cult of Information" (1986) die These, dass die Computerisierung viele sozial progressive Entwicklungen der 60er-Jahre wieder zurückdrehen würde, auch wenn sich einige Computerfreaks selber progressiven Ansichten verschrieben hätten. In "The Voice of the Earth" (1992) befasst er sich mit der noch relativ jungen Disziplin der Ökopsychologie, die die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt analysiert. In seinen letzten Lebensjahren schrieb Roszak über das US-Imperium, seine politische und wirtschaftliche Kraft und die von ihm ausgehenden Gefahren.
Roszak schrieb noch über viele andere Themen und verfasste einige berühmte Romane.
SOKRATES
THUKYDIDES

VOLTAIRE
WALLERSTEIN, IMMANUEL
Dienstag, 25. September 2012
ÜBER HARALD SCHMIDT: SENDERWECHSEL

Wir schreiben das Jahr 2012 und wir sind nicht Wikipedia:
Harald Schmidt ist im September von Sat.1 zu Sky gewechselt.
Wie sich das entwickeln wird, weiss man noch nicht genau. Die ersten Quotenergebnisse sind aber schlecht.
Eine Sendung kann auch gut sein und schlechte Quoten haben, z. B. bei Wissenschaftssendungen.
Das ist aber nur manchmal so.
Harald Schmidt hat vieles so gelassen, wie es war: Das Studio ist dasselbe, die Einrichtung ist ähnlich und im Team hat sich auch nichts Grundlegendes geändert.
Wie seine Witze sind, kann man ohne Sky-Abo nicht genau beurteilen. Von dem, was durchsickert, muss man sagen, dass er wieder besser drauf ist als in seiner Langeweile-Phase vor Pocher bei der ARD.
Harald Schmidt hat nun oft den Sender gewechselt. Angefangen hat er in der ARD. Dann ging er zu Sat.1, dann wieder zur ARD, dann wieder zu Sat.1 und jetzt zu Sky. Und oft hat er nach dem Wechsel über seinen ehemaligen Sender gelästert. Davor war Harald Schmidt aber schon auf vielen Bühnen tätig - sowohl im Theater als auch im Kabarett.
ARD
Harald Schmidt gelangte von den Dritten zum Hauptprogramm der ARD. Die Sendung "Schmidteinander" mit Herbert Feuerstein galt als sehr erfolgreich. Für viele Schmidt-Fans blieb sie immer das "Original". Sicher brachte sie viele neue Ideen, aber man darf sie auch nicht verklären: Zu oft war der Satz zu hören "bei Schmidteinander war er besser" und zu oft stimmte er NICHT: Schmidt traf bei Schmidteinander nicht immer das Timing und hatte die Angewohnheit, wirklich alles durch die humoristisch-zynische Brille sehen zu müssen. Auch zog er verunglückte Gags immer wieder hoch.
Ausserdem: Viele haben ein idealisiertes Schmidteinander-Bild, weil in der ARD immer wieder die Best-of-Wiederholungen zu sehen sind!
Harald Schmidt moderierte bei der ARD verschiedene Sendungen und bekam dann auch "Verstehen Sie Spass..?" übertragen. Dort machte er allerdings den Fehler, aus einer Samstag-Abend-Sendung eine Harald-Schmidt-Show zu machen. Schliesslich zog die ARD die Notbremse und Harald Schmidt wollte dann auch Schmidteinander nicht mehr weitermachen. Herbert Feuerstein soll ihn darauf als "Arschloch" tituliert haben.
Das ist aber nicht genau belegt.
Sat.1
Auf jeden Fall machte Schmidt erstmal wieder Kabarett (Schmidtgift) und ging dann zu Sat.1. Angeblich soll er beim Wechsel von Gottschalk, Egner und Jauch unterstützt worden sein. Gottschalk war offenbar sauer, dass er mit seiner eigenen Late-Night-Show nicht durchgekommen war. Erzählungen über einen Trip im VW-Bus zu Leo Kirch machten die Runde. Schmidt hat aus dieser Zeit auch Kontakte zu den Produzenten Fred Kogel (damals Geschäftsführer von Sat.1) und Jörg Grabosch. Für das kreative Material war zunächst Graboschs Firma "Brainpool" zuständig, ab 1998 aber die Schmidtsche Firma Bonito. Parallel dazu wurde das Studio "Capitol" gegen das Studio "449" ausgetauscht.
Schon nach seinem ersten Wechsel zu Sat.1 machte Harald Schmidt Witze über seinen Senderwechsel. Später sollte er das wiederholen.
In Einspielvideos zeigte er, wie lausig er in der ARD gelebt hatte und wie luxuriös es dann bei Sat.1 wurde. In einem Interview sagte er "Wenn Sie mal Claudia Schiffer gebumst haben, ziehen Sie auch nicht mehr zu ihrer Mutter!". Er schloss also die Rückkehr zum Muttersender aus.
Ende 2003 verliess Schmidt dennoch den Sender und kehrte nach einer ca. einjährigen Kreativpause mit Kreuzfahrt Ende 2004 wieder zur ARD zurück. Über die Gründe der Rückkehr kursieren verschiedene Versionen. Schmidt behauptete, es läge am neuen Senderchef Roger Schawinski. Über dessen neues Buch machte er noch zu Sat.1-Zeiten deftige Witze.
Andererseits hat Schmidt einige Monate vor seinem überraschenden Abgang vom Sender eine Sendung pro Woche mehr abgeliefert. Gleichzeitig soll er noch kurz zuvor in einer anderen Show verraten haben, dass er bei Sat.1 weitermachen wolle. Der Entschluss zum Wechsel muss also sehr kurzfristig gefallen sein.
Kritische Beobachter hat Schmidts Begründung etwas verwundert: Man fragte sich, wie er Schawinski damals überhaupt so genau gekannt haben konnte. Schawinski war von Ende 2003 bis Ende 2006 Senderchef. Als Nachfolge für Harald Schmidt wählte er Anke Engelke, deren Show aber nicht ankam.
Im Jahr 2012 behauptete Schawinski, als er gegen Schmidt im Schweizer Tages-Anzeiger im März 2012 nachkartete, Schmidt habe ihm nach seinem Wechsel den wahren Grund für selbigen genannt: Er sei ausgebrannt gewesen! Ausserdem bezeichnete er Schmidt als "geldgeil", "parasitär" und als "Zyniker".
ARD
In der ARD hatte Schmidt Ende 2004 einen launigen Einstand mit anfangs wilder Frisur. Er begann gleich mit zur damaligen Zeit passenden Witzen über Josef Ackermann und konnte durchaus an seine alte Kreativität anknüpfen. Schmidts Team blieb auch relativ konstant. Produziert wurde die Sendung jetzt von Bonito und der Kogel & Schmidt GmbH.
Bald wirkte Schmidt allerdings oft sehr gelangweilt.
Interessant ist auch, dass Harald Schmidt, der vorher bei Sat.1 noch über die ARD gelästert hatte, jetzt über Sat.1 herzog und den Sender als "Unterschichtenfernsehen" bezeichnete.
Auch hatte Schmidt keine Lust mehr, sehr viele Sendungen pro Woche abzuliefern. Stattdessen unternahm er zwischendurch Reisen oder trat auf Theaterbühnen auf.
Um eine gewisse Langatmigkeit und sinkende Quoten auszugleichen, entschied sich Schmidt - es war wohl seine Entscheidung - zusammen mit Pocher als Co-Moderator eine etwas erneuerte Sendung zu machen, mit der man auch jüngeres Publikum erreichen konnte.
Doch diese Rechnung ging nicht auf. Stattdessen kam es zwischen Schmidt und Pocher zu Reibereien.
Schmidt machte Pocher mehrfach vor Publikum herunter und versuchte, seine Erfahrung gegen Pocher auszuspielen.
Zu Oliver Pocher kann man sagen, dass seine Witze von Kritikern als zu unreif und wenig kreativ hingestellt werden. Was seinen politischen Humor betrifft, mag das stimmen, aber seine Parodien v. a. von Sportlern sind sehr gut. Pocher wurde auch von ARD-Funktionären kritisiert - besonders aus dem Südwesten. Besonderen Anstoss fand sein Auftreten als Strauffenberg in Wehrmachtsuniform. Allerdings hat auch schon Schmidt viele Nazi-Parodien abgeliefert, die jetzt anscheinend nicht mehr negativ zu Buche schlugen.
Am Ende zog Schmidt selber die Notbremse und kündigte seinen Rückwechsel zu Sat.1 an.
Dabei beschwerte er sich deutlich, dass die ARD schlecht organisiert sei und sich niemand für ihn zuständig fühlte.
Schmidt kartete nach seinem Abschied bei der ARD auch noch mehrmals gegen Oliver Pocher nach. Im stern und in stern online gab er im April 2009 zum besten: "Wenn er zu sehr störte in einer Redaktionskonferenz, dann habe ich ihm auch schon mal direkt gesagt: 'Halt die Fresse.' Damit war es geregelt. Auf Zwischentöne zu setzen, dazu ist das Geschäft zu schnelllebig, finde ich. Aber prinzipiell verstehen wir uns sehr gut. Und privat - null Kontakt."
Trotz einiger Fehltritte Pochers ist das ein bedenkliches Nachtreten.
Sat.1
Für die Rückkehr zu Sat.1 stellte Schmidt zur Bedingung, dass er wieder mit seinem altbewährten Produktionsteam arbeiten konnte. Zuerst fragten sich viele, ob dieser erneute Wechsel zu Sat.1 nicht ein Wechsel zuviel sei. Die bisherige Reihenfolge war: ARD - Sat.1 - ARD - Sat.1. Schmidt hatte ja selber in diversen Interviews gesagt, dass man, wenn man einmal ein gutes Projekt in den Medien am Laufen habe, dieses auf jeden Fall halten soll!
Dann war es aber zunächst so, dass Harald Schmidt ab September 2011 wieder mit hoher Motivation auftrat und einige dachten, dass es jetzt mit neuem Schwung bei Sat.1 weitergehen könnte. Doch die Quoten blieben niedrig und sanken zuletzt weiter. Dann zog der Sender im März die Notbremse und Harald Schmidt musste Sat.1 im Mai verlassen.
Während Harald Schmidt den Wechsel Sat.1-ARD und den Rückwechsel zu Sat.1 noch selbstbestimmt vornehmen konnte, verlief dieser Wechsel nun wieder unfreiwillig.
Sky
Harald Schmidt liess sich aber diesmal nicht auf lange Diskussionen und Pausen ein und verkündete schnell seinen Wechsel zum Bezahlsender Sky. Wie die Sendung sich dort weiterentwickelt, bleibt abzuwarten. Bis jetzt sind die Quoten niedrig. In Deutschland gibt es so viel sog. Free TV, dass sich das Konzept des Pay TV bisher nicht so richtig durchsetzen konnte. Andererseits will der Sender Sky sein Angebot differenzieren.

Wir schreiben das Jahr 2012 und wir sind nicht Wikipedia:
Harald Schmidt ist im September von Sat.1 zu Sky gewechselt.
Wie sich das entwickeln wird, weiss man noch nicht genau. Die ersten Quotenergebnisse sind aber schlecht.
Eine Sendung kann auch gut sein und schlechte Quoten haben, z. B. bei Wissenschaftssendungen.
Das ist aber nur manchmal so.
Harald Schmidt hat vieles so gelassen, wie es war: Das Studio ist dasselbe, die Einrichtung ist ähnlich und im Team hat sich auch nichts Grundlegendes geändert.
Wie seine Witze sind, kann man ohne Sky-Abo nicht genau beurteilen. Von dem, was durchsickert, muss man sagen, dass er wieder besser drauf ist als in seiner Langeweile-Phase vor Pocher bei der ARD.
Harald Schmidt hat nun oft den Sender gewechselt. Angefangen hat er in der ARD. Dann ging er zu Sat.1, dann wieder zur ARD, dann wieder zu Sat.1 und jetzt zu Sky. Und oft hat er nach dem Wechsel über seinen ehemaligen Sender gelästert. Davor war Harald Schmidt aber schon auf vielen Bühnen tätig - sowohl im Theater als auch im Kabarett.
ARD
Harald Schmidt gelangte von den Dritten zum Hauptprogramm der ARD. Die Sendung "Schmidteinander" mit Herbert Feuerstein galt als sehr erfolgreich. Für viele Schmidt-Fans blieb sie immer das "Original". Sicher brachte sie viele neue Ideen, aber man darf sie auch nicht verklären: Zu oft war der Satz zu hören "bei Schmidteinander war er besser" und zu oft stimmte er NICHT: Schmidt traf bei Schmidteinander nicht immer das Timing und hatte die Angewohnheit, wirklich alles durch die humoristisch-zynische Brille sehen zu müssen. Auch zog er verunglückte Gags immer wieder hoch.
Ausserdem: Viele haben ein idealisiertes Schmidteinander-Bild, weil in der ARD immer wieder die Best-of-Wiederholungen zu sehen sind!
Harald Schmidt moderierte bei der ARD verschiedene Sendungen und bekam dann auch "Verstehen Sie Spass..?" übertragen. Dort machte er allerdings den Fehler, aus einer Samstag-Abend-Sendung eine Harald-Schmidt-Show zu machen. Schliesslich zog die ARD die Notbremse und Harald Schmidt wollte dann auch Schmidteinander nicht mehr weitermachen. Herbert Feuerstein soll ihn darauf als "Arschloch" tituliert haben.
Das ist aber nicht genau belegt.
Sat.1
Auf jeden Fall machte Schmidt erstmal wieder Kabarett (Schmidtgift) und ging dann zu Sat.1. Angeblich soll er beim Wechsel von Gottschalk, Egner und Jauch unterstützt worden sein. Gottschalk war offenbar sauer, dass er mit seiner eigenen Late-Night-Show nicht durchgekommen war. Erzählungen über einen Trip im VW-Bus zu Leo Kirch machten die Runde. Schmidt hat aus dieser Zeit auch Kontakte zu den Produzenten Fred Kogel (damals Geschäftsführer von Sat.1) und Jörg Grabosch. Für das kreative Material war zunächst Graboschs Firma "Brainpool" zuständig, ab 1998 aber die Schmidtsche Firma Bonito. Parallel dazu wurde das Studio "Capitol" gegen das Studio "449" ausgetauscht.
Schon nach seinem ersten Wechsel zu Sat.1 machte Harald Schmidt Witze über seinen Senderwechsel. Später sollte er das wiederholen.
In Einspielvideos zeigte er, wie lausig er in der ARD gelebt hatte und wie luxuriös es dann bei Sat.1 wurde. In einem Interview sagte er "Wenn Sie mal Claudia Schiffer gebumst haben, ziehen Sie auch nicht mehr zu ihrer Mutter!". Er schloss also die Rückkehr zum Muttersender aus.
Ende 2003 verliess Schmidt dennoch den Sender und kehrte nach einer ca. einjährigen Kreativpause mit Kreuzfahrt Ende 2004 wieder zur ARD zurück. Über die Gründe der Rückkehr kursieren verschiedene Versionen. Schmidt behauptete, es läge am neuen Senderchef Roger Schawinski. Über dessen neues Buch machte er noch zu Sat.1-Zeiten deftige Witze.
Andererseits hat Schmidt einige Monate vor seinem überraschenden Abgang vom Sender eine Sendung pro Woche mehr abgeliefert. Gleichzeitig soll er noch kurz zuvor in einer anderen Show verraten haben, dass er bei Sat.1 weitermachen wolle. Der Entschluss zum Wechsel muss also sehr kurzfristig gefallen sein.
Kritische Beobachter hat Schmidts Begründung etwas verwundert: Man fragte sich, wie er Schawinski damals überhaupt so genau gekannt haben konnte. Schawinski war von Ende 2003 bis Ende 2006 Senderchef. Als Nachfolge für Harald Schmidt wählte er Anke Engelke, deren Show aber nicht ankam.
Im Jahr 2012 behauptete Schawinski, als er gegen Schmidt im Schweizer Tages-Anzeiger im März 2012 nachkartete, Schmidt habe ihm nach seinem Wechsel den wahren Grund für selbigen genannt: Er sei ausgebrannt gewesen! Ausserdem bezeichnete er Schmidt als "geldgeil", "parasitär" und als "Zyniker".
ARD
In der ARD hatte Schmidt Ende 2004 einen launigen Einstand mit anfangs wilder Frisur. Er begann gleich mit zur damaligen Zeit passenden Witzen über Josef Ackermann und konnte durchaus an seine alte Kreativität anknüpfen. Schmidts Team blieb auch relativ konstant. Produziert wurde die Sendung jetzt von Bonito und der Kogel & Schmidt GmbH.
Bald wirkte Schmidt allerdings oft sehr gelangweilt.
Interessant ist auch, dass Harald Schmidt, der vorher bei Sat.1 noch über die ARD gelästert hatte, jetzt über Sat.1 herzog und den Sender als "Unterschichtenfernsehen" bezeichnete.
Auch hatte Schmidt keine Lust mehr, sehr viele Sendungen pro Woche abzuliefern. Stattdessen unternahm er zwischendurch Reisen oder trat auf Theaterbühnen auf.
Um eine gewisse Langatmigkeit und sinkende Quoten auszugleichen, entschied sich Schmidt - es war wohl seine Entscheidung - zusammen mit Pocher als Co-Moderator eine etwas erneuerte Sendung zu machen, mit der man auch jüngeres Publikum erreichen konnte.
Doch diese Rechnung ging nicht auf. Stattdessen kam es zwischen Schmidt und Pocher zu Reibereien.
Schmidt machte Pocher mehrfach vor Publikum herunter und versuchte, seine Erfahrung gegen Pocher auszuspielen.
Zu Oliver Pocher kann man sagen, dass seine Witze von Kritikern als zu unreif und wenig kreativ hingestellt werden. Was seinen politischen Humor betrifft, mag das stimmen, aber seine Parodien v. a. von Sportlern sind sehr gut. Pocher wurde auch von ARD-Funktionären kritisiert - besonders aus dem Südwesten. Besonderen Anstoss fand sein Auftreten als Strauffenberg in Wehrmachtsuniform. Allerdings hat auch schon Schmidt viele Nazi-Parodien abgeliefert, die jetzt anscheinend nicht mehr negativ zu Buche schlugen.
Am Ende zog Schmidt selber die Notbremse und kündigte seinen Rückwechsel zu Sat.1 an.
Dabei beschwerte er sich deutlich, dass die ARD schlecht organisiert sei und sich niemand für ihn zuständig fühlte.
Schmidt kartete nach seinem Abschied bei der ARD auch noch mehrmals gegen Oliver Pocher nach. Im stern und in stern online gab er im April 2009 zum besten: "Wenn er zu sehr störte in einer Redaktionskonferenz, dann habe ich ihm auch schon mal direkt gesagt: 'Halt die Fresse.' Damit war es geregelt. Auf Zwischentöne zu setzen, dazu ist das Geschäft zu schnelllebig, finde ich. Aber prinzipiell verstehen wir uns sehr gut. Und privat - null Kontakt."
Trotz einiger Fehltritte Pochers ist das ein bedenkliches Nachtreten.
Sat.1
Für die Rückkehr zu Sat.1 stellte Schmidt zur Bedingung, dass er wieder mit seinem altbewährten Produktionsteam arbeiten konnte. Zuerst fragten sich viele, ob dieser erneute Wechsel zu Sat.1 nicht ein Wechsel zuviel sei. Die bisherige Reihenfolge war: ARD - Sat.1 - ARD - Sat.1. Schmidt hatte ja selber in diversen Interviews gesagt, dass man, wenn man einmal ein gutes Projekt in den Medien am Laufen habe, dieses auf jeden Fall halten soll!
Dann war es aber zunächst so, dass Harald Schmidt ab September 2011 wieder mit hoher Motivation auftrat und einige dachten, dass es jetzt mit neuem Schwung bei Sat.1 weitergehen könnte. Doch die Quoten blieben niedrig und sanken zuletzt weiter. Dann zog der Sender im März die Notbremse und Harald Schmidt musste Sat.1 im Mai verlassen.
Während Harald Schmidt den Wechsel Sat.1-ARD und den Rückwechsel zu Sat.1 noch selbstbestimmt vornehmen konnte, verlief dieser Wechsel nun wieder unfreiwillig.
Sky
Harald Schmidt liess sich aber diesmal nicht auf lange Diskussionen und Pausen ein und verkündete schnell seinen Wechsel zum Bezahlsender Sky. Wie die Sendung sich dort weiterentwickelt, bleibt abzuwarten. Bis jetzt sind die Quoten niedrig. In Deutschland gibt es so viel sog. Free TV, dass sich das Konzept des Pay TV bisher nicht so richtig durchsetzen konnte. Andererseits will der Sender Sky sein Angebot differenzieren.
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